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Reifengröße ablesen – alles, was Sie wissen müssen

Lesedauer: 7 min • Veröffentlicht am 12.12.2019

Der nächste Reifenkauf steht für Sie an und Sie müssen sich für eine neue Bereifung entscheiden. Aber nicht nur Marke und Saison sind relevant – die Größe muss auch passen. Lesen Sie hier bei uns, was es mit der Zahlenkombination auf der Reifenflanke auf sich hat und wie Sie Ihren passenden Reifen finden.

Die Zahlen auf dem Reifen verstehen

Die Abfolge der Zahlen und Zeichen auf der Reifenflanke ist genormt – sie ist auf jedem Reifen gleich. Der Hersteller hat lediglich ein bisschen Freiheit bei Größe und Positionierung. Aber was bedeuten die Zahlen auf meinem Reifen?

Reifenflanke mit deutscher Größenbezeichnung
  1. Reifenbreite in mm (hier 205 mm)
    Die Reifenbreite bezieht sich auf die Breite der Lauffläche.
  2. Querschnittsverhältnis in Prozent (hier 55 %)
    Das ist das Verhältnis der Flankenhöhe zur Breite des Profils. Sobald sich Breite ODER Höhe verändern, verändert sich auch das Verhältnis und damit diese Zahl.
  3. Reifen-Bauart (hier R für ’Radial-Bauweise’)
    Neben Radial-Pneus, auch Gürtelreifen genannt, gibt es auch noch Reifen der Diagonal-Bauweise. Diese sind aber eher unüblich. Das Zeichen hierfür wäre ein ’D’. Wenn Sie ein ’ZR’ auf Ihrer Flanke finden, bedeutet das, dass es sich um einen Radial-Reifen handelt, mit dem sie über 240 km/h fahren dürfen. Diese Bezeichnung wurde heutzutage größtenteils durch den Geschwindigkeitsindex abgelöst, lässt sich aber gelegentlich noch finden.
  4. Felgendurchmesser in Zoll (hier 16 Zoll)
    Diese Größe gibt an, welchen Durchmesser die passende Felge haben muss.
  5. Tragfähigkeit pro Reifen (hier 91)
    Die Zahlen sind keine absoluten Größen. ’91’ steht für 615 kg pro Reifen – das ergibt eine gesamte Last von 2.460 kg.
  6. Geschwindigkeitsindex (hier H)
    Das ’H’ gibt an, dass das Fahrzeug mit dieser Bereifung bis zu 210 km/h gefahren werden darf. Oft übersteigt dieser Index die maximal mögliche Geschwindigkeit des PKW sogar ein wenig.

Das sind die standardmäßigen Kennungen auf Ihrem Reifen. Es kann aber noch zusätzliche Bezeichnungen geben.

Zusatzkennungen

  • Fahren Sie vielleicht einen Leicht-LKW oder Familien-Van? Hier kann ein C-Decke-Reifen gefordert sein. Diesen erkennen Sie an einem ’C’ hinter der Zollangabe. Das bedeutet, dass der Reifen eine verstärkte Karkasse hat und so auch größere Lasten problemlos bewältigen kann.
  • Wenn es sich um ein Notrad handelt, kann dieses mit einem ’T’ für ’temporary’ (also zeitlich begrenzt) gekennzeichnet sein.
  • Pneus mit der Zusatzbezeichnung ’CP’ gehören zur Gruppe der C-Decke-Reifen, sind aber speziell für Camping-Fahrzeuge ausgelegt und können mit höherem Reifendruck gefahren werden.
C-Decke-Reifen für Transporter und Vans
  • Steht auf Ihrem Reifen oder im Fahrzeugschein kein Querschnittsverhältnis, also beispielsweise nur 185 R15, dann ist 185/80 R15 Ihre Größe. Die ’80’ galt früher als Normwert und wurde darum nicht mit angegeben.

Warum direkt von der Reifenflanke ablesen?

Vielleicht kennen Sie die Situation? Sie haben Reifen bestellt und die Größe aus dem Fahrzeugschein abgelesen. Die Felgen sind noch gut, dementsprechend sollen alten Gummis runter und die neuen drauf. Sie bringen die neuen Reifen mit Ihrem Fahrzeug zur Werkstatt Ihres Vertrauens und bitten um einen Reifen- und Räderwechsel. Allerdings passen Sie nicht… Was ist hier schief gelaufen? Fakt ist, auf einem Auto müssen nicht unbedingt die Reifen montiert sein, die im Fahrzeugschein vorgeschrieben sind.

Darum bitte immer die Reifengröße direkt vom montierten Reifen auf der Felge ablesen, auf welche die neuen Reifen montiert werden. Den Tragfähigkeits- und Lastindex entnehmen Sie aus dem Fahrzeugschein.

Auch wenn Sie sich neue Reifen und Felgen kaufen, sollten Sie sich an der ursprünglich montierten Dimension orientieren – sonst kann sich der Abrollumfang ändern und es muss eine Tachoangleichung vorgenommen werden.
Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex sollten Sie vorsichtshalber dem Fahrzeugschein entnehmen – vielleicht hat der Vorbesitzer des Autos hier einen Fehler gemacht und so sind Sie auch rechtlich auf der sicheren Seite. Hier gilt:
Besser geht immer! Wenn Ihre Tragfähigkeit oder die maximal mögliche Geschwindigkeit über den Angaben im Fahrzeug liegt ist das kein Problem, nur darunter dürfen die Werte nicht liegen. Eine Ausnahme bilden Winterreifen – der Geschwindigkeitsindex darf bei Bereifung für den Winter niedriger sein, wenn ein Aufkleber mit der Höchstgeschwindigkeit gut sichtbar im Fahrercockpit angebracht ist.

Lesen Sie die einzelnen Werte von der Reifenflanke ab und vergleichen Sie diese mit Ihrem Wunschreifen.

Sie wollen eine andere Größe montieren?

Andere mögliche Größen für Ihr Fahrzeug stehen im sogenannten CoC-Dokument („Certification of Conformity“; auf deutsch: „EG Übereinstimmungserklärung“) Das CoC gehört zu den Fahrzeugunterlagen und kann im Zweifelsfall beim Markenhändler angefordert werden.
Für alle anderen Größen bieten manche Reifenhersteller den Service der Reifenfreigabe. Hier bescheinigt Ihnen der Hersteller, das der Reifen auf Ihren Fahrzeug und der gewünschten Felge gefahren werden darf. Besonders beliebt ist dieser Prozess für die sportlichen Niederquerschnittsreifen.

Amerikanische Reifendimensionen

Amerikanische Größenangabe

Erschrecken Sie nicht, wenn Sie auf Ihrem Reifen diese Bezeichnungen finden.
Häufig finden Sie diese Größenangabe auf Reifen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Oldtimern oder amerikanischen Musclecars. Die Angaben erfolgen hier allerdings in Zoll – die Reifengröße 27x10.5-15 entspricht einem Diagonalreifen mit der Dimension 265/55 R15.

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Quellen

Promobil (2018): Zulässige Reifenarten fürs Wohnmobil. URL: https://www.promobil.de/werkstatt/leserfragen-thema-cp-oder-c-reifen-auf-dem-wohnmobil/ – zuletzt geprüft 04.06.2019.

Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) (2017): § 36 Bereifung und Laufflächen. URL: http://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html – zuletzt geprüft 04.06.2019.

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