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Offroadreifen – Ihre Partner für echte Abenteuer

Lesedauer: 9 min • Veröffentlicht am 28.11.2019

Sie mögen es gerne dreckig? Wir meinen natürlich beim Autofahren! Offroadreifen meistern jeden Untergrund – egal ob grobes Gestein, sandige Dünen oder eine matschige Furt. Lesen Sie bei uns, was die Grobstoller ausmacht und welcher Reifentyp zu Ihrem Bedarf passt. Außerdem haben wir praktische Tipps für Ihr Offroaderlebnis.

Was macht Offroadreifen aus?

Die Reifen für den Gebrauch abseits der Straße sind besonders. Die Ansprüche sind noch breiter gefächert als bei normalen Straßen-Reifen – oft werden die Geländepneus sowohl in Straßennutzung, als auch auf verschiedensten groben Untergründen gefahren.

Ihre
Offroadreifen haben deswegen:

  • eine spezielle Gummimischung, die Griffigkeit auf den verschiedenen Untergründen gewährleistet.
  • eine ganz besondere Lauffläche. Der Reifen hat tiefere Rillen und gröbere Profilblöcke als normale PKW-Reifen.
  • einen robusten Karkassenaufbau, der auf die Belastung abseits der Straße ausgelegt ist.
  • verstärkte Reifenflanken um das zusätzliche Gewicht des massiven Fahrzeuges und die unterschiedlichen Untergründe bewältigen zu können.
Offroadreifen in Action

Wie wähle ich meinen passenden Reifentyp?

Grundsätzlich empfehlen wir immer 4 gleiche Reifen zu montieren, wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug ins Gelände möchten – vor allem mit Allradantrieb. Das heißt: gleiche Marke, gleiches Profil sowie gleicher Last- und Geschwindigkeitsindex. Und dann kommt es darauf an, was Sie mit den Geländereifen bewerkstelligen wollen. Einfach nur mal über den Feldweg oder darf es auch regelmäßig die Schlammgrube sein? Finden Sie hier den passenden Reifentyp für Ihren Bedarf:

HT-Reifen

ST/ HT-Reifen

ST-Reifen (also Street Terrain) werden manchmal auch HT-Reifen (Highway Terrain) genannt. Sie sind, wie der Name schon sagt, für den hauptsächlichen Straßengebrauch konzipiert. Wenn Sie sich ein Profil für Ihren SUV wünschen, das etwas wilder aussieht, aber auf Straßen dennoch komfortabel performt, dann ist diese Reifenart das Richtige für Sie. Ein Abstecher über den Feldweg ist auch mal drin. Das Verhältnis von Straßen- zu Geländenutzung beträgt ca. 90:10.

AT-Reifen mit grobem Profil

AT-Reifen

AT bedeutet ausgeschrieben All Terrain – das sind die Alleskönner unter den Offroadreifen. Das Verhältnis von Straßen- zu Geländenutzung liegt hier bei ca. 50:50. Auf asphaltierten Strecken bieten sie einen ausreichenden Komfort und die Reifen können problemlos auf leichtem bis mittelschwerem Gelände gefahren werden.

MT-Profil mit großen Profilblöcken

MT-Reifen

MT-Reifen (also Mud Terrain) sind extreme Offroadreifen – die Fahrt auf der Straße macht nicht so viel Spaß, im Gelände dafür umso mehr! Die Nutzung Straße zu Offroad liegt bei 20:80. Das Profil ist extrem tief und diese Art von Reifen wird als POR (Professional Offroad) auch gerne genutzt, wenn Sie sich beruflich auf zähes Terrain begeben müssen, beispielsweise als Jäger oder Landwirt.

Diese Kennzeichnungen können Ihnen bei Offroadreifen begegnen

Die Kennzeichnung bei Reifen ist eine Wissenschaft für sich und Offroadreifen bringen noch zusätzliche Kennungen mit. Häufig gibt es verschiedene Begriffe, die das gleiche meinen und die Verwendung ist nicht genormt. Hier haben wir die gängigen Kürzel aufgelistet, auf die Sie bei 4x4-Reifen stoßen können:

  • T/A: wird beispielsweise von BF Goodrich verwendet und steht für eine gute Traktion.
  • P: Heißt ausgeschrieben „Passenger“ und bedeutet, dass es sich um einen Reifen handelt, der nicht für die gewerbliche Nutzung bestimmt ist.
  • LT: „Light Truck“ heißt, dass der Reifen auch für Leicht-LKW’s geeignet ist.
  • REINF/XL: Die Kennzeichnung „Reinforced“ oder „Extra Load“ sagt aus, dass der Reifen mehr Gewicht tragen kann – der Lastindex ist höher als bei der Standardausführung.
  • M+S: Die „Matsch und Schnee“-Kennung war bis Ende 2018 die Kennzeichnung für wintertaugliche Bereifung. Bei Pneus, die ab 2018 produziert wurden, hat die Kennzeichnung keine Bedeutung mehr.

Da Offroadreifen gerne auf amerikanischen Fahrzeugen gefahren werden, kann es auch möglich sein, dass die Reifengröße im Zoll-System angegeben ist.

Damit Ihre Reifen den Geländetrip überstehen – unsere 5 Offroad-Tipps für Sie:

  1. So schnell wie möglich, aber so langsam wie nötig: Sie sollten den Weg vor sich immer mit dem nötigen Respekt behandeln und Ihre Geschwindigkeit anpassen. Hindernisse sollten eher langsam überfahren werden um Fahrwerk, Unterboden und Reifen zu schützen Bei der Durchquerung von Schlammgruben oder Furten ist eine höhere Geschwindigkeit sinnvoll, um nicht stecken zu bleiben.
  2. Den Blick schweifen lassen: Schauen Sie sich die Untergrundbedingungen an, bevor Sie diese befahren. Gibt es unübersichtliche Punkte zum Beispiel hinter eine Düne? Oder ist die Tiefe des Wasserloches schwer abzuschätzen? Lieber einmal genauer hinsehen und aussteigen. Eventuell müssen Sie Steine oder andere Hindernisse erst entfernen.
  3. Wer lenkt, sitzt am längeren Hebel: Grundsätzlich stimmt das erst einmal, allerdings sollten Sie das Lenkrad im Gelände nicht zu fest umklammern. So hat es ein wenig Spiel und wenn ein Reifen auf ein Hindernis wie einen Stein trifft, können Sie diesen geschmeidig umfahren. Die Kontrolle sollten Sie aber niemals aufgeben und immer bereit sein, gegenzulenken.
  4. Der Reifendruck ist ein Schlüsselelement: Je nach Untergrund ist es wichtig, den Reifenluftdruck anzupassen. Auf der Straße sollten Sie mit vollen 100% fahren, gerade bei Schlamm oder Sand kann es aber erforderlich sein, dass Sie die Luft um ca. 20-40% reduzieren. Der benötigte Luftdruck ist immer abhängig vom Untergrund.
  5. Die Sache mit der Kupplung: Wer im falschen Moment die Kupplung betätigt, kann sich in unangenehme Fahrsituationen bringen, besonders, wenn es gerade bergauf geht. Wir raten Anfängern die Kupplung erst einmal nur zum Anfahren und zum Gangwechsel auf sicheren Untergründen zu verwenden.
Offroader in sandigen Dünen

Der Unterschied zwischen einem SUV und einem Geländewagen

Das Auto definiert in gewissem Maße auch den Einsatzzweck und damit die benötigten Reifen. Irgendwie sehen beide bullig aus und haben überdurchschnittlich viel Bodenfreiheit – aber was ist jetzt was?

Geländewagen – mit Allradantrieb durch die Landschaft

Klassische Offroader haben einen Allradantrieb, der aber auch abschaltbar sein kann. Das bedeutet, dass die Antriebskraft des Motors sowohl an die Vorder- als auch an die Hinterachse weitertransportiert wird. Der Schlupf der einzelnen Räder wird dadurch minimiert und die Traktion ist erhöht.
Außerdem muss mindestens eine Differenzialsperre verbaut sein. Differenziale sind zuständig für den Ausgleich von Drehzahlunterschieden – Achsweise oder zwischen Vorder- und Hinterrädern.
Die Bodenfreiheit unter den Achsen beträgt mindestens 18 cm und oft haben sie einen Leiterrahmen unter der Karosserie – dieser Aufbau dient der Stabilität.
Gesetzlich werden die Geländefahrzeuge in die Klasse M1G eingeordnet.
Für Geländefahrten sind ein möglichst großer Böschungswinkel und eine möglichst große Bodenfreiheit wichtig. Bei einer Wasserdurchfahrt ist auch der Luftansaugpunkt relevant – er muss höher liegen als bei normalen Fahrzeugen, damit dein Wasser in den Kreislauf kommt.

SUV – Optik und Komfort vereint

SUV bedeutet ausgeschrieben „Sports Utility Vehicle“ – also soviel wie Sport- und Nutzfahrzeug Sie haben in der Regel die optischen Merkmale eines Offroaders, das Fahrgefühl gleicht eher einer Limousine. Es gibt sie mit Front- oder 4x4-Antrieb und gesetzlich werden Sie in die Fahrzeugklasse M1 eingeordnet.
In der Regel werden SUV’s
eher im normalen Straßengebrauch gefahren. Sie haben üblicherweise eine selbsttragende Karosserie und einzeln aufgehängte Räder.

Die Begriffsdefinition ist aber nicht immer eindeutig und die gesetzliche Zuordnung nicht immer logisch. So zählt zum Beispiel ein Lada Niva zu den SUV, während der VW Tiguan auf dem Papier ein Geländefahrzeug ist.
Für die Wahl Ihres Reifens ist letztendlich nicht primär der Fahrzeugtyp, sondern der Einsatzzweck das entscheidende Kriterium. Offroadreifen können bei Geländewagen und bei SUV’s Sinn machen, wenn Sie sich regelmäßig abseits der Straßen auch auf gröberen Untergründen bewegen möchten. Überlegen sie sich vor dem Kauf genau, welche Kriterien Ihr Fahrzeug und die Reifen erfüllen müssen.

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Quellen

Focus (2014): Was ist eigentlich ein Geländewagen? URL: https://www.focus.de/auto/news/leser-fragen-experten-antworten-was-ist-eigentlich-ein-gelaendewagen_id_3799347.html – zuletzt geprüft 21.11.2019.

Motortalk (2018): Was Geländewagen zu Geländewagen macht. URL: https://www.motor-talk.de/news/was-gelaendewagen-zu-gelaendewagen-macht-t6307251.html – zuletzt geprüft 21.11.2019.

StVZO (o.J.): Anlage XXIX (zu § 20 Absatz 3a Satz 4) EG-Fahrzeugklassen. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/anlage_xxix.html – zuletzt geprüft 20.11.2019.

StVZO (o.J.): § 36 Bereifung und Laufflächen. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html – zuletzt geprüft 22.11.2019.

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