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M+S-Reifen

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M+S-Reifen – Pficht im Winter?

Lesedauer: 8 min • Veröffentlicht am 07.01.2021

Direkt vorneweg – einen „M+S-Reifen“ gibt es nicht. Gerne werden Ganzjahresreifen so bezeichnet, allerdings hat die M+S-Kennung auf der Reifenflanke mittlerweile keine Bedeutung mehr. Erfahren Sie bei uns, was es mit dem Matsch und Schnee-Kennzeichen auf sich hat und worauf Sie beim Reifenkauf wirklich achten müssen – vor allem, wenn es um die Bereifung für den Winter geht.

Was sind M+S-Reifen?

M+S-Kennung und Alpinesymbol auf der Reifenflanke

Seit 2010 gibt es in Deutschland die gesetzlich vorgeschriebene „situative Winterreifenpflicht“. Sie besagt, dass Autos bei entsprechender Witterung mit wintertauglicher Bereifung ausgerüstet sein müssen – bis 2018 waren das die M+S-Reifen. M+S steht für „Matsch und Schnee“ und bescheinigte die Tauglichkeit im Winter. Allerdings ist das keine geschützte und kontrollierte Kennung. Das bedeutet, dass Hersteller den Schriftzug theoretisch auf jeden Reifen aufbacken können. Darum wurde der Nachfolger, das „Alpine-Symbol" (dreizackiger Berg mit Schneeflocke) etabliert. Jetzt gibt es standardisierte Prüfverfahren, die die Tauglichkeit für den Winter bescheinigen und das M+S-Symbol hat seine Bedeutung komplett verloren. Übrigens: Da das Zeichen nicht eingetragen ist, wird es nicht immer einheitlich geschrieben. Neben M+S können Sie auch M&S, M/S oder MS auf Ihrer Reifenflanke finden.

Sind M+S-Reifen im Winter erlaubt?

Umgangsprachlich werden Allwetterreifen gerne auch M+S-Reifen genannt – die Matsch und Schnee-Kennung bezog sich aber generell auf Reifen, die bei winterlicher Witterung unterwegs sind. Mit der Einführung des Alpine-Symbols müssen nun sowohl Winter- als auch Ganzjahresreifen, die ab dem 01.01.2018 produziert wurden, mit der Schneeflocke im Berg versehen sein. Allerdings gibt es für die Pneus, die eine ältere DOT-Nummer haben, noch eine großzügige Übergangsfrist. Reifen mit einem Herstellungsdatum in 2017 oder früher dürfen Sie noch bis zum 30.09.2024 nur mit M+S-Kennung fahren. Danach müssen Sie zumindest für den Winter austauschen.

M+S-Reifen im Winter

Warum Sie trotzdem noch auf M+S-Reifen stoßen werden

Auch wenn die Matsch und Schnee-Kennzeichnung eigentlich keine Bedeutung mehr hat und nur noch übergangsweise gültig ist, werden Sie ihr weiterhin begegnen.

Grund dafür ist die Produktion der Hersteller für verschiedene Märkte auf der ganzen Welt. In manchen Staaten wie z.B. der USA ist das M+S-Zeichen Pflicht und die Hersteller backen das Symbol deswegen grundsätzlich auf die Reifen auf – so landen die M+S-Reifen auch noch zukünftig bei uns.

Sommerreifen mit M+S-Kennung?

Klingt erst einmal seltsam, da M+S-Reifen für uns Winter- bzw. Ganzjahresreifen sind. International gesehen kann die M+S-Kennung in verschiedenen Ländern aber wie gesagt Pflicht sein und wird deswegen von vielen Werken auch auf die sommerliche Bereifung aufgebacken. Bei der Reifenfertigung wird nicht unterschieden, ob das Endprodukt nach Deutschland oder in die USA verschifft wird – die Reifenformen in denen das Material gebacken wird, sehen immer gleich aus. Und da die M+S-Kennung keiner Prüfung unterliegt, wird sie von manchen Herstellern standardmäßig aufgebracht. Deswegen müssen Sie sich auch nicht wundern, wenn ein Sommerreifen die Kennung trägt. Das bedeutet nicht, dass Sie einen Winterreifen bekommen haben – diese Aussage trifft allein die Alpine-Kennung.

Diese 3 Punkte sind wichtig für Ihre Sicherheit im Winter

Die Witterung im Winter ist für Ihre Reifen anspruchsvoll und das Gummi ist Ihre einzige Verbindung zur Straße, wenn Sie mit dem Fahrzeug unterwegs sind. Ein guter Halt ist also ein absolutes Sicherheitskriterium. Hier haben wir die 3 wichtigsten Punkte für Sie aufgelistet:

  1. Alpine-Symbol: Es ist nicht nur rechtlich Pflicht, sondern gewährleistet auch gute Bremseigenschaften bei Schnee. Um die Kennung zu bekommen muss der Reifen mindestens 7 % besser auf Schnee bremsen als ein genormtes Referenzprofil.
  2. Gute Fahreigenschaften: Ein erster Anhaltspunkt für sicheres Fahren ist immer das Reifenlabel mit dem Nasshaftungswert. Einer feuchten Straße werden Sie auch im Winter häufig begegnen. Zu allen anderen Eigenschaften und dem passenden Reifen für Ihren Bedarf beraten wir Sie gerne persönlich.
  3. Profiltiefe: Die Profiltiefe ist eine Grundvoraussetzung für Haftung auf der Straße. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Wir empfehlen Ihnen aber mindestens 4 mm für den Winter. Das liegt daran, dass die feinen Lamellen für den Schmelzwasser-Abtransport bei stark abgefahrenen Laufflächen häufig nicht mehr vorhanden sind.

Was Sie noch wissen sollten…

Bei uns in Deutschland gibt es die situative Winterreifen-Pflicht.

Das bedeutet: Sobald winterliche Witterungsverhältnisse auftreten und Sie Ihr Fahrzeug bewegen möchten, muss das Auto mit geeigneten Reifen (also Winterreifen) ausgerüstet sein – bei neuen Pneus also mit Alpine-Symbol.

Die Merkregel „Von O bis O“, also von Oktober bis Ostern mit Winterreifen ist nur eine grobe Orientierung und keine Vorschrift. Es macht aber Sinn, Ihr Fahrzeug frühzeitig auf den Winter vorzubereiten. Beobachten Sie dafür eventuellen Frost am Morgen oder nach Niederschlägen. So sind Sie gefasst und Ihr Fahrzeug ist vorbereitet, wenn der erste Schnee fällt oder die Straße überfriert.

Zu winterlicher Witterung gehört übrigens:

  • Glatteis
  • Schneeglätte
  • Schneematsch
  • Eisglätte
  • Reifglätte

Wenn Sie ohne passende Pneus erwischt werden, ist das nicht ganz billig. Es gibt in der Regel 60 bis 80 € Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Bei Unfällen kann es sein, dass die Versicherung bei unpassender Bereifung nicht bezahlt – also seinen Sie lieber frühzeitig vorbereitet und rüsten Sie sich mit Winterreifen aus.

 Situative Winterreifen-Pflicht – reicht die M+S-Kennung?

Darf ich Ganzjahresreifen im Winter fahren?

Da M+S-Reifen nicht gleichbedeutend mit Allwetter-Bereifung ist, lautet die Antwort: Ja. Ein ausgeschriebener Ganzjahresreifen muss auch die Bedingungen für den Winter erfüllen – das bedeutet ab 2018 die Schneeflocke im Berg. Der Ganzjahresreifen hat sich im Vergleich mit einem winterlichen Referenzprofil behauptet und Sie können auch im Winter bedenkenlos mit ihm fahren. Mit diesem Bereifungstyp sind Sie immer auf den ersten Schnee vorbereitet. Natürlich sollten Sie Ihr Fahrverhalten immer an die vorherrschende Witterung anpassen und regelmäßig die Profiltiefe prüfen. Für den Winter empfehlen wir Ihnen mindestens 4 mm – das entspricht etwa dem silbernen Rand einer 2 €-Münze.

Die Übergangsfrist der M+S-Reifen nutzen?

Vor allem im Offroad-Bereich ist es aktuell noch nicht so einfach, einen Winterreifen mit Alpine-Kennung zu bekommen. Die Reifen sind eigentlich für den Spezialeinsatz gemacht, da sie aber auch auf der Straße gefahren werden können, müssen die Regelungen der StVZO eingehalten werden. Genau wie mit dem EU-Reifenlabel tun sich viele Hersteller von Offroadreifen mit den Tests für die Winterkennung schwer, weil die Reifen nicht für den hauptsächlichen Gebrauch auf der Straße gemacht sind. Viele Geländewagen-Fahrer versuchen deswegen, Restbestände ihres Lieblingsreifens mit einer DOT vor 2018 zu finden, um die Übergangsfrist auszunutzen und den M+S-Reifen noch bis 2024 fahren zu dürfen. Wir empfehlen hier immer sinnvoll abzuwägen, denn nur die Reifen mit dem Bergpiktogramm sind auch wirklich für den Winter getestet. Wenn Sie vorwiegend im Gelände unterwegs sind und mit Ihrem aktuell montierten Profil auch bei eisiger Fahrbahnbeschaffenheit keine Herausforderungen haben und Ihre Fahrweise an die Begebenheiten anpassen, kann die Übergangsfrist aber eine vorläufige Lösung für Sie sein. Kontaktieren Sie uns gerne – wir finden mit Ihnen gemeinsam das passende Winterprofil, auch für Ihren Geländewagen.

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Quellen

ADAC (2019): Winterreifenpflicht: Bei Schnee und Eis sicher unterwegs. URL: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/sicherheit/winterreifenpflicht-deutschland/ – zuletzt geprüft 08.08.2019.

Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) (2017): § 36 Bereifung und Laufflächen. URL: http://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html – zuletzt geprüft 12.05.2020.

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