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Motorradreifen – das müssen Sie bei Kauf und Fahrt beachten

Lesedauer: 19 min • Veröffentlicht am 22.02.2021

Hohe Geschwindigkeiten, rasante Kurvenfahrten, intensive Bremsmanöver – Ihr Motorradreifen muss einiges aushalten und die Belastung ist eine ganz andere als beim PKW. Die Einsatzzwecke sind unterschiedlich, die Regelungen teilweise unklar und die Informationen rar gesäht. Häufig werden Motorräder im Verhältnis zu PKW vernachlässigt. Hier haben wir unseren großen Ratgeber zum Thema Motorradreifen für Sie.

Motorradreifen kaufen – das sind die wichtigsten Kriterien

Es gibt viele verschiedene Einsatzgebiete von Motorrädern und so unterschiedlich ist auch die Bereifung. Von normalen Touren- oder Sportreifen für Straßenmaschinen, über Mischprofile für Reise-Enduros oder Scrambler bis hin zu Stollenprofilen beim Enduro-Sport oder Trial und Slickreifen ohne Profil für den Einsatz auf der Rennstrecke. Die Auswahl ist aber gar nicht so schwer, wenn Sie sich Ihres Einsatzzweckes bewusst sind. Mit einem groben Stollenprofil sollte man nicht unbedingt auf nasser Straße unterwegs sein und Slick-Bereifung ist definitiv ungeeignet für Schotterpisten. So weit so gut.
Aber wie geht es weiter? Das wichtigste Kriterium ist wohl die
Größe. Bei Motorrädern variieren die Dimensionen nicht so stark wie bei Autos, aber wenn Sie einen Motorradreifen kaufen, kann hier trotzdem etwas schief gehen. Hier haben wir die wichtigsten Schritte zu Ihrem passenden Reifen aufgelistet:

  1. Schauen Sie sich an, was aktuell auf Ihrem Fahrzeug montiert ist. So vermeiden Sie, dass der gekaufte Reifen später nicht auf die bereits montierte Felge passt.
  2. Gleichen Sie die Größe mit dem Fahrzeugschein ab. Ist eine andere Größe montiert, sollten Sie eine Reifenfreigabe haben.
  3. Achten Sie auch auf Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitsindex.
  4. Oder gibt es für Ihr Fahrzeug eine Reifenbindung? In diesem Fall sind wenige erlaubte Profile genau vorgegeben.

Die Zusatzkennung M/C (motor cycle) ist übrigens nicht verpflichtend. Sie müssen sich keine Gedanken machen, solange der Reifen als Motorradreifen beschrieben ist und die passende Größe hat. Wenn Sie einen Motorradreifen kaufen möchten, aber sich bei der Auswahl unsicher sind, können Sie uns gerne immer vorab kontaktieren – wir finden mit Ihnen gemeinsam das passende Profil.

Was bedeutet Reifenfabrikatsbindung bei Motorrädern?

Die Kontaktfläche des Motorrades mit dem Boden ist sehr klein. Umso wichtiger, dass Reifen und Maschine absolut harmonieren. So führen viele Motorrad-Hersteller in Kooperation mit Reifenunternehmen intensive Tests durch, um die perfekte Maschinen-Reifen-Kombination herauszufinden. Diese passenden Profile werden dann in der Reifenfakbrikatsbindung hinterlegt – sie ist verpflichtend.
Es geht nicht darum, Sie als Fahrer in Ihrer Auswahl einzuschränken, sondern Sie bestmöglich zu
schützen. (Zum Beispiel die korrekte Funktion eines kurventauglichen ABS ist abhängig von Bauweise und Laufflächengeometrie der Reifen.) Deswegen empfehlen wir Ihnen immer, sich an diese Regelung zu halten – denn nur diese Reifen sind mit Ihrer Maschine wirklich erprobt. Sie geraten auch beim TÜV in Schwierigkeiten, wenn Sie andere Profile montiert haben. Bei einem Unfall kann es sogar sein, dass Ihre Versicherung nicht oder nur teilweise bezahlt, da Sie Ihr Fahrzeug unsachgemäß ausgestattet haben.
Mittlerweile ersetzen viele Hersteller die Reifenbindung durch eine
verbindliche Empfehlung bestimmter Profile, das ist aber im Grunde das gleiche.

Glasbruch bei Motorradreifen

Wenn Sie Motorradreifen kaufen, müssen Sie neben dem korrekten Modell auch die Jahreszeit beachten. Besonders bei Slickreifen für den Rennsport kann es sein, dass diese beim Transport einen sogenannten Glasbruch erleiden, wenn es Minusgrade hat. Motorradreifen sind bei Kälte deutlich weniger flexibel und wenn die Pakete beim Zusteller nicht ganz so sanft behandelt werden kann durch die zusätzliche Belastung ein Riss im Material bestehen. Deswegen empfehlen wir für Ihre eigene Sicherheit vor allem Rennreifen immer nur bei wärmeren Temperaturen zu bestellen.

Welcher Motorradreifen ist der beste?

Grundsätzlich ist das natürlich immer von Ihrem Bedarf abhängig – je nach Einsatz können unterschiedliche Profile für Sie Sinn machen. Wie bei den Autoreifen bieten die saisonalen Tests eine Orientierung. Leider werden Motorradreifen von den Fachinstitutionen wie dem ADAC oder der GTÜ eher stiefmüttlerlich behandelt – beide fokussieren auf PKW-Reifentests. Aktuelle Motorradreifen-Tests gibt es wenige. 2020 hat das Magazin AutoBild seit längerem mal wieder einen Vergleichstest für Straßenreifen veröffentlicht. Die 6 getesteten Reifen waren alle überzeugend, einige haben aber besonders herausgestochen. Hier haben wir unsere 3 Top Tipps für Sie:

Der Bridgestone Battlax T31 ist die erste Empfehlung. In der Größe 190/55 R17 75W zeigt besonders gute Traktion und tolles Handling auch auf nassen Straßen.

Mit dem Continental ContiRoadAttack 3 erhalten Sie ein absolutes Premiumprodukt. Neben gutem Nässehandling zeigt er vor allem auch hervorragende Eigenschaften bei Kurvenfahrten.

Der Preis-Leistungs-Sieger ist der Dunlop Roadsmart 2, den es aber mittlerweile schon in der dritten Generation gibt. Er zeigt eine hohe Laufleistung und guten Grip zu einem angemessenen Preis.

Winterreifenpflicht fürs Motorrad?

Darf ich jetzt oder darf ich nicht? Die ständigen Änderungen haben es den Motorradfahrern nicht leichter gemacht. Man findet viele verschiedene Quellen, jede davon sagt etwas anderes. Für Autos gibt es die situative Winterreifenpflicht, seit 2018 ist durch §36 der StVZO auch noch das Alpine-Symbol als verpflichtende Winterreifenkennung hinzugekommen. Aber betrifft das auch Motorräder?

Laut StVO §2 Absatz 3a sind einspurige Kraftfahrzeuge von der situativen Winterreifenpflicht ausgenommen.

Das heißt, grundsätzlich herrscht für Sie als Motorradfahrer keine Winterreifenpflicht. Aber in der StVO wurde zusätzlich hinterlegt, dass der Fahrer vor der Fahrt prüfen muss, ob diese wirklich notwendig ist. Freizeitfahrten fallen damit bei winterlicher Witterung weg, genauso wie Erledigungen, für die ein anderes Transportmittel zur Verfügung steht. Lässt sich die Fahrt nicht vermeiden, ist eine Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h festgesetzt und es muss ein Abstand zum vorderen Fahrzeug eingehalten werden, der mindestens die Hälfte der gefahrenen Geschwindigkeit in Metern beträgt.

Wir raten Ihnen wegen der deutlich erhöhten Gefahr entschieden davon ab, bei Schnee oder Eis mit dem Motorrad zu fahren. Kommen Sie auf einer längeren Reise oder Tour ungeplant mit winterlicher Witterung in Kontakt, fahren Sie besonders vorsichtig und wählen Sie den kürzesten Weg nach Hause.

Motorrad im Schnee ohne Winterreifen

M+S-Reifen fürs Motorrad

Mit der Neuerung der StVZO im Jahr 2018 hat sich eine Gesetzeslücke für Motorradfahrer geschlossen, die vor allem für Offroad-Bereifung relevant war. Wegen des grobstolligen Profils können Offroadreifen nur bis zu einer gewissen Höchstgeschwindigkeit gefahren werden, die aber meist deutlich unter der eigentlichen Angabe des Fahrzeuges liegt. Rein rechtlich muss der Geschwindigkeitsindex des montierten Reifens aber mindestens der Höchstgeschwindigkeit des Motorrads entsprechen. Um diese Regelung zu umgehen, wurde von den Reifenherstellern bisher einfach die M+S-Kennung aufgebacken und es konnte die Sonderregelung für Winterreifen angewandt werden. Das heißt einen Aufkleber mit der maximalen Geschwindigkeit im Sichtfeld des Fahrers anbringen und fertig. Diese durfte dann natürlich auch nicht überschritten werden. Das ist für den tatsächlichen Gebrauch aber gar nicht so relevant, da abseits der Straßen wegen des Untergrunds in der Regel sowieso nicht mit Höchstgeschwindigkeit gefahren werden kann.
Seit der Änderung des §36 gelten M+S-Reifen jetzt aber nicht mehr als wintertauglich und dürfen nur noch in einer Übergangsfrist bis 2024 als Winterreifen gefahren werden, wenn Sie vor 2018 produziert wurden.
Das stellt die Hersteller wie auch die Motorradfahrer vor ein großes Problem. Was dann mit den Geländemaschinen passiert, nachdem es keine Reifen mehr gibt, die vor 2017 produziert wurden, ist aktuell noch nicht klar. Das die Gesetzeslage in irgendeiner Form nochmal überarbeitet werden muss aber schon, denn teilweise sind bestimmte Reifen mit M+S-Kennung sogar in den Fahrzeugpapieren hinterlegt und werden so ab Werk ausgeliefert. Aktuell also eine ziemliche Zwickmühle.

Motorradreifen Montage

Fragen Sie vorab bei Ihrer Kfz-Werkstatt an, ob diese auch Motorradreifen montiert – manche Werkstätten haben dafür nicht das nötige Equipment, da sie sich auf PKW spezialisiert haben. Die Kosten für die Montage belaufen sich auf 30 - 50 € pro Rad, da der Ausbau etwas aufwändiger ist als beim PKW.
Das
Auswuchten der Räder ist normalerweise in der Montage inbegriffen. Hier werden Gewichte in die Felge geklebt, damit das Rad später komplett rund läuft.

Motorradreifen einfahren

Motorradreifen sind nach der Herstellung nicht sofort gripfähig. Zum schadlosen Auslösen aus der Backform wird ein Trennmittel aufgetragen, das auf der Oberfläche verbleibt und den Grip mindert. Zusätzlich kann sich der Reifen durch hohe Beschleunigungs- oder Bremsbelastung auf der Felge drehen. Fahren Sie die ersten 40 bis 50 km extrem vorsichtig, wie bei Regen oder glatter Fahrbahn. Steigern Sie die Schräglage nach und nach und bremsen Sie sanft. Nach ca. 200 km ist der Reifen dann soweit eingefahren und hat durch die Entstehung von Hitze bei der Fahrt seine endgültige Gefügestrucktur erreicht. Sind die Temperaturen niedrig, kann Sich die Einfahrzeit entsprechend verlängern.

Bitte wenden Sie keine „Insidertipps“ wie das Anrauen der Lauffläche mit Schmirgelpapier oder das Entfernen der Trennschicht mit Bremsenreiniger. Diese Tipps garantieren keine Sicherheit und damit können Sie Ihren Reifen zusätzlich schaden. Wenn Sie Ihre Motorradreifen einfahren wie beschrieben, sind Sie auf der sicheren Seite.

Abgesehen vom Einfahren neuer Reifen sollten Sie beim Fahrtantritt immer auch die Aufwärmzeiten einhalten. Ein Motorradreifen hat in der Regel erst nach einer kurzen Aufwärmphase die maximal mögliche Haftung auf der Straße. Die ersten Kilometer sollten Sie also gemächlich angehen. Die Zeiten variieren von Fabrikat zu Fabrikat und werden in der Regel vom Hersteller angegeben.

Der richtige Reifendruck fürs Motorrad

Der Motorrad-Reifendruck ist ein wichtiges Element für Sicherheit, Fahrstabilität und Fahrkomfort. Messen Sie ihn immer bei kalten Reifen, da sich der Luftdruck im Fahrbetrieb durch die entstehende Hitze verändert. Wenn Sie kein eigenes Messgerät zuhause haben, wählen Sie die kürzeste Strecke zur nächsten Tankstelle.

In der Regel werden Motorräder für den Straßeneinsatz vorne mit ca. 2,5 bar und hinten mit ca. 2,9 bar befüllt. Sie finden die Herstellervorgaben in der Bedinungsanleitung und zusätzlich oft an der Schwinge, am Rahmen oder unter der Sitzbank.

Für besondere Einsatzzwecke wie Offroad-Touren, oder Rennsport gelten andere Reifendruck-Empfehlungen, die Sie in der Regel auch der Bedienungsanleitung entnehmen können.
Prüfen Sie den Motorrad-Reifendruck mindestens alle
14 Tage, vor allem vor größeren Fahrten und nach längerer Standzeit. Betrachten Sie bei dieser Gelegenheit auch gleich die Beschaffenheit der Reifen. Ist das Profil deutlich abgefahren oder noch frisch? Ist eine einseitige Belastung erkennbar? Sehen Sie Risse oder eingefahrene Steinchen?
Wenn Sie einen starken Luftdruck-Abfall innerhalb weniger Wochen feststellen, kontrollieren Sie das Rad dann vor der nächsten Fahrt unbedingt auf eventuelle Undichtigkeiten an Ventil oder Schlauch. Ihre Kfz-Werkstatt hilft Ihnen hier auch gerne weiter.

Übrigens: Nicht nur ein zu niedriger Reifendruck sondern auch ein zu hoher können gefährlich werden, weil der Reifen dann nicht mehr mit der vollen Lauffläche auf der Straße liegt.

Unser Tipp: Winkelventile

Beim Messen des Motorrad-Reifendrucks können Bremsscheiben oder Kettenrad den Weg zum Ventil blockieren. Das ist ärgerlich, weil durch die ungeschickte Positionierung manchmal auch durch die Kontrolle schon Luft entweichen kann. Deswegen empfehlen wir Ihnen beim nächsten Reifenwechsel, wenn das Gummiventil sowieso ausgetauscht wird, ein Winkelventil einsetzen zu lassen. So ist es deutlich leichter, das Ventil von der Seite zu erreichen. Ihr Kfz-Fachmann wird einen Winkel auswählen, der zu Ihrer Felgenform und der Ventilbohrung passt.

Motorradreifen Profiltiefe – das ist wichtig

Vor allem bei nasser Fahrbahn ist eine ausreichende Profiltiefe relevant. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Wir empfehlen Ihnen für sommerliche Fahrten aber mindestens 3 mm, da das Profil darunter deutlich an Wasserverdrängungs- und Nassbremsverhalten abnimmt. Messen können Sie wie beim PKW auch mit einem Profiltiefenmesser oder einfach mit einer 1-Euro-Münze. Wenn das Profil noch über den goldenen Rand ragt ist alles in Ordnung. Messen Sie immer an in den Hauptrillen nahe der Mitte der Lauffläche.

Motorradreifen mit tiefem Profil

In der Regel haben moderne Motorradreifen auch extra angebrachte Verschleißindikatoren: Die sogenannten TWI (Tread Wear Indicator). Das sind kleine Querstege in den Längsrillen der Lauffläche, die auf Grund einer amerikanischen Norm aber oft nur 0,8 mm hoch sind. Wenn das Profil dann so weit herunter gefahren ist, dass dieser Steg mit dem restlichen Profil bündig ist, ist es eigentlich schon lange zu spät. Als wirklicher Indikator dient er uns also nicht. Aber es ist wichtig zu wissen, dass es diese Querstege gibt, denn wenn die Profiltiefe auf und nicht neben ihnen gemessen wird, ist das Ergebnis verfälscht.

Übrigens: Leichtmofas, Mofas, Kleinkrafträder und Leichtkrafträder weichen von der Mindestprofiltiefe der großen Kollegen ab: Hier genügt dem Gesetzgeber ein Restprofil von 1,0 mm. Wir empfehlen aber auch hier mindestens 2 mm Restprofiltiefe.

Wie lange hält ein Motorradreifen?

Die Laufleistung von Motorradreifen ist von vielen Einflüssen abhängig. Unter anderem können Reifenhersteller und -typ, sowie Ihre eigene Fahrweise einen Unterschied machen. Dauerhaft hohe Geschwindigkeiten, sowie häufiges Abbremsen und Beschleunigen belasten das Profil mehr als ein konstanter und/ oder gemäßigter Fahrstil. Auch die Gummimischung kann einen Unterschied machen. Ist das Gummi eher weich, haftet der Reifen besser auf der Straße, nutzt sich aber schneller ab. Bei härteren Mischungen ist die Laufleistung deutlich höher, aber der Grip nicht ganz so gut. Eine pauschale Aussage zur Haltbarkeit lässt sich nicht treffen.

Motorradreifen lagern und überwintern

Wenn Sie Saisonfahrer sind und Ihr Motorrad im Winter gar nicht ausfahren, kann es Sinn machen, die Reifen abzumontieren. So vermeiden Sie langen Druck auf ein und dieselbe Stelle und den damit einhergehenden „Standplatten“ sowie eventuelle Schäden durch Minustemperaturen. Wenn Ihr Motorrad auch im Sommer mal länger steht, schützen Sie die Reifen durch Überzieher vor ständiger Sonneneinstrahlung – diese könnte das Gummi sonst porös machen.
Wenn Sie mehr als einen Satz Reifen besitzen gilt grundsätzlich:

  1. Dunkel und trocken lagern.
  2. Nicht der Witterung aussetzen.
  3. Kühl aber nicht zu kühl. 10 - 20 °C sind passend.
  4. Vermeiden Sie Nähe und Kontakt zu chemischen Substanzen, Öl, scharfen Putzmitteln, Kohlenwasserstoff oder auch Kunststoff und Plastik.
  5. Motorradreifen auf Felgen hängend oder am Felgenbaum lagern. Wenn das nicht geht am besten liegend übereinander.
  6. Motorradreifen ohne Felgen am besten stehend in einem offenen Regal. Beim Aufhängen oder Stapeln können Verformungen entstehen, da der Reifen ohne Felge viel instabiler ist. Drehen Sie die Reifen regelmäßig, dass nicht immer die gleiche Stelle unten ist.
Motorräder sollten nicht im Schnee überwintern

Vorder- und Hinterrad – die Aufgaben

Motorradreifen sind die Verbindung zur Straße. Sie müssen Brems-, Beschleunigungs- und Seitenführungskräfte übertragen und sorgen durch die Dämpfung gleichzeitig für einen höheren Fahrkomfort.

Der vordere Motorradreifen wird beim Bremsen stärker belastet, da sich das Gewicht durch den höheren Schwerpunkt anders als beim Auto nach vorne verlagert. In Kurvenfahrten muss er mehr der Seitenführungskräfte aufnehmen, da die Aufstandsfläche kleiner ist als beim Hinterreifen.

Der hintere Motorradreifen dagegen wird bei Beschleunigungsvorgängen mehr beansprucht, da sich der Schwerpunkt hier nach hinten verlagert. Deswegen sind die Hinterräder übrigens häufig größer – das ermöglicht eine Beschleunigung in Schräglage aus Kurven heraus.

Da beide Reifen unterschiedliche Aufgaben erfüllen, kann es sein, dass sie auch unterschiedlich stark abgefahren sind. Anders als beim PKW können Sie hier auch nur einen Reifen austauschen, sollte er abgefahren sein. Wenn Sie das Profil oder den Hersteller wechseln möchten aber bitte immer beide Reifen austauschen!

Bauweise von Motorradreifen

Je nachdem wie die Karkasse des Reifens aufgebaut ist, hat er andere Eigenschaften. Um Wechsel Bausweise es sich handelt, kann man aus der Größe ablesen. Das Zeichen vor der Zollgröße gibt Auskunft darüber. Im Groben unterscheidet man 3 Kategorien:

  • Diagonal-Reifen: Die Fäden der Karkasse laufen diagonal von Wulst zu Wulst und bilden so ein Karo-Muster. Diese Bauart eignet sich vor allem für leichtere Straßenmaschinen und Enduros verwendet. Die Größe ist mit einem „-“ versehen (110/70-17).
  • Radial-Reifen: Die Fäden verlaufen senkrecht zur Felgenwulst. Dieser Reifentyp ist für schwere und stark motorisierte Krafträder gedacht und ist mit einem „R“ gekennzeichnet (110/70 R17).
  • Diagonaler Gürtelreifen: Das ist ein Diagonalreifen, der zusätzlich noch einen verstärkenden Gürtel hat. Reifen dieser Gattung werden heute nur noch für schwere Reiseenduros verwendet und sind mit einem „B“ versehen (110/70 B17).

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Quellen

ADAC (2019): Auf die Reifen kommt es beim Motorrad an. URL: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/zweirad/motorrad-roller/technik-zubehoer-rueckrufe/reifen/ – zuletzt geprüft 08.09.2020.

ADAC (2019): Motorradreifen: Freigaben und Unbedenklichkeitserklärungen. URL: https://www.adac.de/-/media/pdf/motorrad/reifenfreigaben-motorraeder.pdf – zuletzt geprüft 08.09.2020.

ADAC (2019): Winterreifenpflicht: Bei Schnee und Eis sicher unterwegs. URL: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/sicherheit/winterreifenpflicht-deutschland/ – zuletzt geprüft 08.09.2020.

Institut für Zweiradsicherheit (o.J.): Reifenprofil. URL: https://www.ifz.de/reifenprofil/ – zuletzt geprüft 08.09.2020.

Straßenverkehrsordnung (2020): §2 Straßennutzung durch Fahrzeuge. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__2.html – zuletzt geprüft 08.09.2020.

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