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Laufleistung – Wie lange halten Reifen?

Lesedauer: 14 min • Veröffentlicht am 28.09.2020

Sind Sie viel mit Ihrem Fahrzeug unterwegs und haben keine Lust, sich jedes Jahr neue Reifen anzuschaffen? Ein Reifen mit hoher Laufleistung hat auch für Wenigfahrer finanzielle und ökologische Vorteile. Die Laufleistung von Reifen kann von Profil zu Profil unterschiedlich sein und kommt stark auf Sie selbst und Ihr Fahrzeug an. Wir zeigen Ihnen worauf Sie bei der Fahrt achten können, um die Laufleistung zu erhöhen und geben Ihnen sinnvolle Kaufoptionen.

Laufleistung Reifen – das bedeutet es

Die Laufleistung eines Reifens beschreibt ganz einfach gesagt, wie schnell die Reifen abgenutzt sind. Das bezieht sich sowohl auf die Profiltiefe, als auch auf den Gesamtzustand des Gummis. Die Abnutzung kommt dadurch zustande, dass die Straße nicht spiegelglatt ist. Beim Abrollen verzahnt sich das Gummi in den kleinen Kanten des Asphalts. Das sorgt für die nötige Haftung, führt aber auch dazu, dass sich das Material bei der Fahrt abreibt.

Die Reifeningenieure arbeiten für ein neues Profil hart daran, die Fahrsicherheit und den Verschleiß so auszubalancieren, das beide Faktoren bestmöglich vertreten sind.

In der Regel wird die Reifen-Laufleistung in km angegeben – es ist aber nicht möglich, die Laufleistung eines Profils als Pauschale zu bestimmen. Wie lange Reifen halten, ist abhängig von verschiedenen Faktoren.

Davon ist die Laufleistung von Reifen abhängig

Hier haben wir alle wichtigen Kriterien für Sie zusammengefasst:

Fahrzeugtyp

Hier geht es vor allem um Leistung, Drehmoment und die Bremsen. Wenn Sie ein leistungsstarkes Auto fahren, ist die Belastung der Reifen höher, da stärkere Kräfte wirken und das Gummi sich schneller auf der Straße abreibt. In der Regel ist auch die Durschnittsgeschwindigkeit höher als bei einem Kleinwagen.

Sportliches Fahrzeug
Achsvermessung um Laufleistung zu optimieren

Fahrzeugzustand

Ein gut gewartetes Fahrzeug ist auch gut für die Laufleistung der Reifen. Wenn die Spur nicht korrekt eingestellt ist oder die Stoßdämpfer defekt sind, leidet darunter die Lebensdauer der Reifen.

Luftdruck

Der Reifendruck ist eines der wichtigsten Kriterien. Nur wenn dieser stimmt, liegt das Gummi optimal auf der Straße. Ist der Druck zu niedrig, fallen die Flanken ein und werden stärker gewalkt. Außerdem liegt das Profil vor allem mit den Kanten auf der Straße – eine gleichmäßige Abnutzung ist nicht gegeben. Bei zu hohem Luftdruck wölbt sich der Reifen ballonartig und die Mitte des Profils wird verstärkt beansprucht.

Der passende Luftdruck ist wichtig für die Laufleistung von Reifen
Vollbeladener Kofferraum

Beladung

Neben dem Fahrzeuggewicht spielt die Zuladung eine Rolle. Je schwerer der gesamte PKW, desto mehr Druck ist von oben auf den Reifen und desto höher ist auch die Abnutzung. Das betrifft übrigens sowohl Gepäck, als auch die Anzahl der mitfahrenden Personen. Sind Sie meist allein unterwegs ist die Laufleistung der Reifen höher, als wenn Sie immer zu viert im Fahrzeug sitzen.

Fahrstil

Hier ist sowohl die Gesamtgeschwindigkeit entscheidend, als auch die Fahrmanöver. Starkes Bremsen und schnelles Beschleunigen nutzt das Gummi schneller ab. Es macht übrigens sogar einen kleinen Unterschied, ob Sie viele Kurzstrecken oder eher Langstrecken fahren, da der Reifen immer eine kleine Aufwärmphase braucht, bis er „Betriebstemperatur“ erreicht hat.

Je rasanter der Fahrstil, desto schneller nutzen sich die Reifen ab
Bergstraße mit vielen Serpentinen

Häufig befahrene Straßen

Der Straßenbelag hat einen hohen Einfluss auf die Haftung des Reifens auf der Strecke und damit auch auf die Abnutzung. Wenn Sie häufig auf sehr rauem Asphalt oder im Gelände fahren, sind die Profile schneller abgefahren als auf glatteren Untergründen. Außerdem macht es einen Unterschied, ob es viele Kurven gibt, oder ob die Route eher grade verläuft. Biegungen beanspruchen die Reifen zusätzlich.

Mischbereifung

Manche Fahrzeuge fordern vorne eine andere Größe als hinten. Der PKW ist so konzipiert, dementsprechend wirkt sich das erst einmal nicht auf die Laufleistung der Reifen aus. Problematisch wird es dann, wenn Sie unterschiedliche Profile (z.B. von zwei verschiedenen Herstellern) montiert haben. Hier entsteht zusätzliche Reibung, da das aufwändige Laufflächendesign darauf ausgelegt ist, dass 4 gleiche Reifen gefahren werden. Auch stark unterschiedliche Abnutzungsgrade auf Vorder- und Hinterachse, können zu einem schnelleren Verschleiß der besseren Reifen führen.

Wie lange halten Reifen? Das hängt auch vom Profil ab.

Achsweiser Reifentausch

In der Regel werden die Reifen auf der Antriebsachse etwas stärker beansprucht. Ein Regelmäßiger Tausch von vorne nach hinten und umgekehrt sorgt für eine gleichmäßige Abnutzung. Achten Sie beim Tausch darauf, ob es sich um asymmetrische oder laufrichtungsgebnundene Profile handelt. Je nachdem müssen Sie parallel oder kreuzweise tauschen.

Reifenwechsel

Neben dem Reifentausch ist auch der rechtzeitige Reifenwechsel ein wichtiges Kriterium. Die Gummimischung von Sommer- und Winterreifen ist sehr unterschiedlich und für bestimmte Temperaturbereiche optimiert. Ist es kälter oder wärmer, als für den Reifentyp optimal, steigt der Verschleiß. Deswegen ist eine Beobachtung des Wetters und ein rechtzeitiger Wechsel in beide Richtungen wichtig – nicht nur für den Verschleiß, sondern auch für die Sicherheit. Bei Ganzjahresreifen entfällt diese Thematik.

Fahrzeug bei Schnee mit gewechselten Winterreifen
Reifen werden für die Einlagerung abgespült

Lagerung

Die jeweils nicht monierten Reifen möchten dann auch richtig gelagert werden. Sonneneinstrahlung, Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit können schnell zu Verformungen oder Rissen führen. Am besten funktioniert die Lagerung horizontal (z.B. auf einem Reifenbaum) oder an der Wand hängend. Reifen ohne Felgen werden am besten aufrecht stehend in einem Regal gelagert. Vor der Einlagerung sollten Sie die Reifen einmal von potenziellen Schadstoffen befreien und gut trocknen lassen.

Wie lange halten Reifen und woran erkenne ich die Abnutzung?

Neben der Frage „Wie lange halten Reifen?“ ist auch ist es auch wichtig zu klären, wann die Pneus abgefahren sind. Der rechtzeitige Neureifenkauf ist wichtig für Ihre Fahrsicherheit.
Die Profiltiefe ist ein entscheidender Faktor. Die
gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm – wir raten Ihnen aber für Sommerreifen ab 3 mm und für Winterreifen ab 4 mm zu wechseln. Prüfen Sie die Tiefe immer an verschiedenen Stellen im mittleren Bereich – entweder mit einem Profiltiefemesser oder mit einer Ein- (Sommer) bzw Zwei-Euro-Münze (Winter). Geht das Profil noch über den andersfarbigen Rand ist alles in Ordnung. Zusätzlich zur Profiltiefe sollten Sie sich auch regelmäßig den Gesamtzustand des Reifens ansehen. Gibt es deutlichen Abrieb, kleine Risse oder poröse Stellen? Dann ist ein Wechsel sinnvoll.

Reifenalter – wechseln bevor der Reifen abgefahren ist?

Immer wieder hört man die Empfehlung, dass Reifen nicht älter als 6 Jahre sein sollen. Wir sagen: „Es kommt darauf an“. Entscheidend ist viel mehr, wie intensiv die Pneus gefahren wurden und in welchem Zustand das Material ist. Wenn Sie die obigen Tipps beachten und pfleglich mit Ihren Reifen umgehen, kann es gut sein, dass das Gummi nicht spröde und das Profil nicht abgefahren ist. Wenn es dann noch keine Veränderungen im Fahrverhalten gibt, müssen Sie die Reifen nicht nur wegen des Alters zu wechseln.

Reifen mit hoher Laufleistung

Es gibt Marken, die sich die Hohe Laufleistung als großes Ziel gesetzt haben. Michelin wirbt damit, dass die französischen Reifen bis zur Verschleißgrenze ohne Sicherheitseinbußen fahrbar sind. Beim aktuellen UHP Sommerreifen-Test des ADAC liegt die Verschleißprognose des Michelin Pilot Sport 4 bei über 38.000 km und das bei sportlicher Fahrweise. Im Gesamtergebnis erhält das Profil den zweiten Platz. Auch für den Winter eignen sich die Michelin-Profile, wenn Sie sich eine hohe Laufleistung von Ihrem Reifen wünschen.

Continental ist eine Premium-Marke und fertigt absolut hochwertige Profile – das ist nichts Neues. Wenn Sie sich eine kostengünstigere Alternative mit hoher Lebensdauer wünschen, dann ist die Conti-Tochterfirma Barum eine gute Anlaufstelle – zum Beispiel der Barum Bravuris 5 HM. HM steht für „high mileage“ – das Profil ist speziell auf eine lange Laufleistung ausgelegt.

Laufleistung Sommerreifen

Sommerreifen haben eine härtere Gummimischung, da sie höheren Temperaturen standhalten müssen. Je wärmer es wird, desto höher ist der Verschleiß. Sowohl die Hitze an sich, als auch die stärkere Verzahnung durch das weicher werdende Gummi schaden dem Profil. In der Regel ist die Laufleistung von Sommerreifen etwas kürzer als die von winterlicher Bereifung – Grund dafür ist neben der Temperaturbelastung sicher auch, dass im Sommer tendenziell schneller gefahren werden kann.

Übrigens: Lange galten Sommerreifen ab 7 °C Außentemperatur als sinnvoll und darunter sollten Winterreifen montiert werden. Mittlerweile gibt es aber Tests die zeigen, dass die Sommerreifen bis 0°C noch ein besseres Bremsverhalten haben als die winterlichen Kollegen.

Laufleistung Winterreifen

Ab 0°C machen Winterreifen dann absolut Sinn und sind vor allem bei Schnee oder Eis sogar Pflicht in Deutschland. Das Material ist insgesamt etwas weicher, um auch bei kalten Temperaturen optimal zu haften. Dieser Bereifungstyp hält üblicherweise etwas länger, Sie sollten aber darauf achten, im Frühjahr zeitnah wieder auf die Sommer-Pneus zu wechseln. Bei steigenden Temperaturen steigt nämlich sowohl das Sicherheitsrisiko als auch der Verschleiß rasant an.

Beobachten Sie in den Übergangsmonaten regelmäßig das Wetter und achten Sie auf einen zügigen Wechsel, sobald sich die Temperaturen stabilisiert haben. Mit Winterreifen im Sommer zu fahren ist nicht verboten, aber definitiv nicht ratsam.

Laufleistung Ganzjahresreifen

Der Ganzjahresreifen ist die eierlegende Wollmilchsau unter den Bereifungsarten. Die Materialmischung ist so ausbalanciert, dass sicherheitsrelevante Haftung sowohl im Sommer als auch im Winter gegeben ist. Allerdings führt diese Vielseitigkeit auch dazu, dass die Gummizusammensetzung eben nicht speziell an einen Temperaturbereich angepasst werden kann, das bedeutet, die Abnutzung ist in jeder Saison etwas höher. Wenn Sie die Laufleistung von Ganzjahresreifen betrachten, sollten Sie sich auch darüber bewusst sein, dass diese ja das ganze Jahr gefahren werden. Wenn Ihnen Sommer- und Winterbereifung bei Ihrem Fahrstil insgesamt 6 Jahre hält, werden es bei den Ganzjahresreifen eher nur 3 sein, weil diese ja nicht nur 6 Monate pro Jahr gefahren werden.

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Quellen

ADAC (2020): ADAC Test 2020: Sommerreifen 225/40 R18. URL: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/reifen/sommerreifen/225-40-r18/ – zuletzt geprüft 22.09.2020.

Pirelli (2019): Wie viele Kilometer kann ein Reifen zurücklegen? URL: https://www.pirelli.com/global/de-de/road/wie-viele-kilometer-kann-ein-reifen-zurucklegen – zuletzt geprüft 22.09.2020.

Rheinische Post online (2014): Regelmäßiger Reifentausch erhöht Laufleistung. URL: https://rp-online.de/leben/auto/ratgeber/regelmaessiger-reifentausch-erhoeht-laufleistung_aid-16673207 – zuletzt geprüft 23.09.2020.

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