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C-Reifen – Kraftpakete für Ihren Van und Transporter

Lesedauer: 5 min • Veröffentlicht am 18.03.2020

Den Traum von einem alten VW-Bus hatten wir vermutlich alle schon einmal oder? Aber wie sieht es da eigentlich mit der Bereifung aus? Für moderne Vans und Transporter gilt das gleiche wie für PKW: abgleichen mit den montierten Reifen und dem Fahrzeugschein. Vermutlich benötigen Sie C-Reifen. Was das ist und wie Sie damit umgehen erfahren Sie direkt hier.

Alter VW Van mit C-Reifen

Was bedeutet das „C“ auf den Reifen?

Das „C“ steht für „Commercial“ oder „Cargo“, also Fahrten mit großen Lasten. „Commercial“ bedeutet auf deutsch „kommerziell“ – diese Bezeichnung ist etwas irreführend, denn auch Ihren Familienvan bereifen Sie normalerweise mit C-Reifen. Die Nutzung muss nich unbedingt gewerblich sein. Durch den mehrlagigen Reifenunterbau und die verstärkten Reifenflanken ist die Bereifung vor allem für Leicht-LKW, Vans, Transporter und manche Offroad-Fahrzeuge konzipiert. Die C-Decke-Reifen vertragen die höhere Last des Fahrzeuges und die Zuladung ohne Probleme.

Achtung! Es gibt sogenannte XL-Reifen (extra load) oder Reinforced-Reifen mit erhöhter Tragkraft. Das sind aber nicht automatisch C-Reifen. Wenn in Ihrem Fahrzeugschein eine C-Decke eingetragen ist, dann müssen Sie diesen auch montieren.

Wenn Sie gerne einen verstärkten PKW-Reifen statt der C-Decke fahren möchten lohnt sich ein Blick ins CoC-Dokument Ihres Fahrzeuges. CoC steht für „Certificate of Conformity“ – also die Konformitätsbescheinigung. Hier sind weitere mögliche Reifen-Felgen-Kombinationen aufgeführt. Ist Ihr Wunsch nicht dabei, kontaktieren Sie den Reifenhersteller direkt und fragen Sie nach einer Reifenfreigabe. Diese gibt Aussage darüber, ob die gewünschte Reifen-Felgen-Kombination zulässig ist.

Woran erkenne ich einen C-Reifen?

Die Indizien finden Sie auf der Reifenflanke bei der Größe. Eine klassische Dimension für Transporter-Reifen wäre zum Beispiel 215/60 R16 C 108/106 T. Wenn hinter der Zollangabe (R16) ein „C“ steht, handelt es sich um einen C-Reifen. Manchmal ist „Cargo“ oder „Commercial“ auch ausgeschrieben.
Ein weiteres Indiz ist die doppelte Traglastangabe (108/106).

Der Tragfähigkeitsindex beschreibt, mit wie viel Gewicht jeder einzelne Pneu belastet werden darf.

Was es mit den zwei Tragfähigkeiten auf sich hat

Die Besonderheit von C-Reifen ist, dass Sie auch als Zwillingsbereifung gefahren werden dürfen. Das bedeutet, dass immer zwei Reifen auf einer Seite der Achse als Paar gefahren werden – entweder auf zwei getrennten oder auf einer gemeinsamen Felge. Die vordere Traglastangabe (hier 108 = 1000 kg pro Reifen) bezieht sich auf Einzelbereifung. 4 einzelne Reifen tragen also insgesamt ein Gewicht von 4.000 kg. Für die Zwillingsbereifung gilt die hintere Traglastangabe (hier 106 = 950 kg pro Reifen) – in diesem Fall sind es insgesamt also sogar 7.600 kg.

Achten Sie für die Tragfähigkeit auch immer auf einen passenden Reifenluftdruck.

Größenangabe mit C auf der Reifenflanke

Eine ältere Kennzeichnung für die Tragfähigkeit ist das „Ply Rating“ – abgekürzt mit PR. Sie gibt einen Hinweis auf die Tragfähigkeit im Zusammenhang mit der Anzahl der stabilisierenden Lagen im Reifeninneren. Die Angabe „8PR“ auf der Reifenflanke sagt beispielsweise aus, dass die Karkasse aus 8 Lagen tragendem Baumwollcord besteht. Ein Reifen mit "6PR" hätte also eine niedrigere Belastungsgrenze. Heutzutage findet diese Kennung allerdings nicht mehr so häufig Anwendung – die genaue Tragfähigkeit kann aus dem Ply Rating nämlich nicht abgeleitet werden. Orientieren Sie sich immer am Tragfähigkeitsindex.

C-Reifen in den Tests – Versager?

Die letzte Sommertestsaison hat wieder gezeigt, dass Transporter-Reifen im Vergleich zu den PKW-Reifen oft schwächer performen – aber warum? Ist die Konstruktion wirklich so viel schlechter? Dazu können wir klar sagen: NEIN. Wie bei den PKW-Reifen gibt es natürlich je nach Hersteller Unterschiede. Die Hauptproblematik ist allerdings, dass die Reifen ähnlich getestet werden wie PKW-Reifen, der Hauptfokus bei der Konstruktion ist aber ein ganz Anderer. Die Reifen eines Paketzustellers müssen nicht auf Langstreckenkomfort ausgelegt sein, sondern robust sein, weil er viele Bordsteinkanten anfährt. Die Bereifung des Familienvans braucht keinen sportlichen Fahrstil, muss aber maximal sicher sein. Die Tests sind also ähnlich wie bei PKW, das Fahrverhalten ist aber oft ein ganz anderes.

CP-Reifen – keine Regel ohne Ausnahme

Für Wohnmobile gibt es noch einmal spezielle Reifen. Die Kennung „CP“ steht für Camping. Diese Reifen bieten gewisse Überlastreserven und können mit höherem Luftdruck bis 5,5 bar gefahren werden. Theoretisch können Sie mit einer Reifenfreigabe aber auch C-Reifen auf Ihrem Campingfahrzeug montieren. Wichtig ist hier vor allem die passende Traglast. Übrigens: Der Trend geht mittlerweile auch bei Wohnmobilen zu optisch ansprechenden Alufelgen mit den entsprechenden Reifen. Auf diesen Trend hat die Reifenbranche nur zögerlich reagiert – mittlerweile gibt es aber sogar schon 18 Zoll-C-Reifen.

Wohnmobil mit CP-Reifen

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Quellen

ADAC (2019): Die Kennzeichnung des PKW-Reifens. URL: https://www.adac.de/-/media/pdf/rund-ums-fahrzeug/reifenkennzeichnung_1480kb.pdf – zuletzt geprüft 12.02.2020.

Promobil (2018): Zulässige Reifenarten fürs Wohnmobil. URL: https://www.promobil.de/werkstatt/leserfragen-thema-cp-oder-c-reifen-auf-dem-wohnmobil/ – zuletzt geprüft 12.02.2020.

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